Ökumene
Unsere ökumenischen Partnergemeinden
Ökumene ist das Bemühen um die sichtbare Einheit der weltweiten Christenheit. Dazu gehört, dass die verschiedenen christlichen Konfessionen sich auf die Gemeinsamkeiten besinnen, die sie miteinander verbinden: Jesus Christus, die Taufe, die Bibel.
Dazu gehört auch, die jeweils andere Konfession immer besser kennenzulernen und zu verstehen. Besonders verbunden sind wir mit unserer katholischen Nachbargemeinde St. Laurentius, der Niederländisch-reformierten Gemeinde und unserer Partnergemeinde Ebenhaezer, einem Vorort von Keetmanshoop, und dem Partnerkirchenkreis Keetmanshoop in Namibia.
Namibia
Gedenken an Ruth Hepperle
Mitten in der namibischen Kalahari-Wüste im kleinen Städtchen Aroab hängt an einem Hostel (Wohnheim für Kinder von den Farmen) seit kurzem eine Marmortafel, mit der Ruth Hepperle gedacht wird, die jahrzehntelang in der Gemeinde Elberfeld-West aktiv war. Neben ihrem sichtbaren und unsichtbaren Engagement an vielen Stellen in der Gemeinde prägte sie vor allem Gemeindefeste und Basare. Sie öffnete dann immer ihre vielen, schon in die Jahre gekommenen Koffer mit selbstgestrickten Decken, Strümpfen, Teppichen, Mützen etc. und verkaufte sie „zugunsten von Namibia“. Nach der letzten Reise nach Namibia im Jahre 2019 beschloss der Arbeitskreis Keetmanshoop, eines der maroden Hostel zu renovieren, um die Lebenssituation der dort wohnenden Kinder zu verbessern. Das Geld, das Ruth Hepperle während ihrer Lebenszeit erstrickt hatte, floss größtenteils in diese Renovierung.
Das kaputte Dach, das durch den Sturm angehoben worden war und Risse hatte, wurde neu gedeckt, die Strom- und Wasserleitungen repariert, die Klos, Duschen und Waschbecken, die die 40-60 Mädchen und Jungen jeden Tag nutzen, erneuert. Neue Matratzen ersetzen nun die durchgeschlissenen alten. Am Schluss wurde noch ein neuer Zaun rund um das karge Gelände gezogen und frische Farbe kam an die Wände. Die Situation der Kinder hat sich enorm verbessert. Und es hat auch etwas mit großer Wertschätzung zu tun, wenn man weiß, dass Partner und Partnerinnen in Deutschland an einen denken.
Finanziert wurde der Umbau außerdem aus Kirchenkreis-Mitteln der Partnerschaft Namibia, unterstützt von Brot für die Welt. Als der Umbau beendet wurde, konnte man aufgrund der Pandemie nicht nach Namibia. Aber Anfang Oktober 2023, da war endlich wieder ein Partnerschaftsbesuch des Arbeitskreises Keetmanshoop möglich, der seit 1979 die Kirchenkreis-Partnerschaft zwischen Wuppertal und Keetmanshoop gestaltet und lebt. Das Hostel in Aroab war gleich die erste Station auf der Reise. Mit einem wunderbaren Festakt wurde der bei 30 Grad im Schatten der Stein mit Inschrift (s. Foto) feierlich enthüllt. Pastor Johannes de Klerk, der Pfarrer der Partnergemeinde Ebenhaezer in Keetmanshoop, gedachte der „guten Seele Ruth Hepperle“, die sich ihr Leben lang dafür einsetze, dass es Kinder in Namibia besser geht.
Die Kinder hatten verschiedene traditionelle und moderne Tänze eingeübt und beeindruckten damit die Gäste aus Wuppertal. Die Mitarbeiterinnen des Hostels zeigten stolz, wie schön alles geworden ist. Die Kinder wohnen während der Woche in dem Wohnheim, weil der Weg von den Farmen zu weit ist, um vor dort aus die Schule besuchen zu können. Die Regierung unterstützt die Arbeit durch (wenig) Geld für Essen und den Lohn für die Frauen, die sich um die Kinder kümmern. Zu Beginn des Jahres lässt das Geld oft auf sich warten und die Hostels waren froh, dass in diesem Jahr Hilfe aus Deutschland die schwierige Zeit überbrückte und sie trotzdem Essen für die Kinder kaufen konnten. Denn nur wenn es auch Essen gibt, können die Kinder im Hostel wohnen und zur Schule gehen.
Die Armut ist groß in Namibia, besonders in dem südlichsten Kirchenkreis Keetmanshoop. 500 km von der Hauptstadt Windhoek entfernt wirken einige der Orte mitten in der Wüste manchmal wie vergessen. Doch nur Bildung kann - vielleicht / hoffentlich - den Teufelskreis der Armut durchbrechen, die Jugendlichen davor bewahren, viel zu früh schwanger zu werden. HIV und Aids ist dabei immer noch ein Thema, gerade wenn junge Mädchen, die selbst noch Kinder sind, Kinder bekommen. Mit dem tödlichen Virus angesteckt gefährden sie oft unwissentlich während und nach der Geburt ihre Babys und übertragen womöglich das Virus dadurch, dass sie ihre Kinder stillen. Bildung kann hier schützen und aufklären. Aber die Arbeitslosigkeit, die schon vor der Pandemie groß war, ist noch gestiegen, und stellt auch eine Gefahr dar für gut ausgebildete junge Menschen. Nach Südafrika ist der Unterschied zwischen Arm und Reich in Namibia am stärksten ausgeprägt auf der Welt. Während der Coronakrise wurde die Arbeitslosigkeit auf 70 % geschätzt – bei einem schwachen sozialen Netz.
Ein weiterer Schwerpunkt auf der Partnerschaftsreise ist der Besuch der Suppenküchen, die mit Geldern aus dem Partnerkirchenkreis eingerichtet wurden. In jeder Partnergemeinde wurden ein Herd, ein Kühlschrank und eine Tiefkühltruhe angeschafft, Nudeln, Tütensuppen und weitere Lebensmittel als Grundvorrat gekauft und an die Gemeinden gegeben. Viele der Soup-Kitchen-Komitees bekommen Fleisch und Gemüse von Firmen, Supermärkten und den Gemeindemitgliedern anzufragen. 30-70 alte Menschen kommen einmal in der Woche zur Kirche und erhalten dort ein warmes Essen, nehmen in eigenen Töpfen noch Essen für die Bettlägerigen in der Location mit. Wir schütteln Hunderte von dankbaren Händen, die nur selten Wasser sehen. Überall werden wir herzlich willkommen geheißen.
Die diakonische Arbeit wird partnerschaftlich gestemmt: wir können mit Geld und Gebeten unterstützen, die Namibier*innen kümmern sich um die Organisation und die Essensausgabe vor Ort. Wir erzählen, dass Mitte Oktober auch die wöchentliche Essensausgabe in Elberfeld-West an die Bedürftigen im Quartier wieder anläuft.
Partnerschaft heißt für uns, den Blick in die weite Welt zu richten, wahrzunehmen, dass es den Menschen „anderswo“ viel schlechter geht als hier bei uns in Deutschland, in Wuppertal. Aber es heißt auch, dass wir geschwisterlich verbunden sind in dem Glauben an den einen Gott. In der Gewissheit, dass es Zufall ist, dass wir diejenigen sind, die geben können – und dafür sind wir dem Kirchenkreis und dem Gesamtverband sehr dankbar – investieren wir unsere Zeit, um die Partner und Partnerinnen dabei zu unterstützen, vor allem den Jungen und den Alten mit Essen und Bildung zu helfen – das sind diejenigen, die sich selbst nicht helfen können.
Zurückgekommen nach Deutschland werden wir Wege suchen, die diakonische Arbeit der Gemeinden vor Ort in den Suppenküchen und den Hostels zu sichern. Wenn Sie uns unterstützen möchten, melden Sie sich gern bei uns: katja.dummer@ekir.de
Partnergemeinde Keetmanshoop/ Namibia
Unter Gottes Zelt vereint –
Besuch bei unserer Partnergemeinde Keetmanshoop in Namibia
Hintergrund
Die Gemeinde besteht hauptsächlich aus Coloureds, Namibier mit (mindestens) einem weißen, meist deutschen Urahn (oft zu Zeiten von Südwest, zur Kolonialzeit). Während der Apartheid, d.h. vor der Unabhängigkeit in 1990, war die einzige lutherische Kirche, Immanuel, die in Keetmanshoop auch von Nicht-Weißen besucht werden durfte, nur mit einem Pass zu erreichen. Sie steht in einem anderen, vorwiegend von
Namas (einem der namibischen Stämme) bewohnten Stadtviertel. So bauten die Coloureds in ihrem Stadtviertel, Krönlein, eine eigene Kirche, die während der letzten Jahren mit Pastor Karsten Diergaardt ausgebaut wurde, einen Glockenturm bekam und einen neuen Altar, 100 weitere Stühle (jetzt sind es 250 und die meisten von ihnen an jedem Sonntag besetzt).
Partnerschaft festigen
Im Auftrag meiner Gemeinde wurde ich gesandt, um Menschen zu begegnen, Gemeindeleben zu schnuppern, von Elberfeld-West zu erzählen.
Ich erzähle auch von der Situation in deutschen Kirchen überhaupt, schwindenden Mitgliedern, sinkenden Kirchensteuerzuweisungen.