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Helge Lindh, MdB, hat im September 2020 den Civitas-Preis für vorbildliches Ehrenamt an das Sophiencafé International verliehen. Wir haben ihn jetzt aktuell noch mal um ein Statement gebeten:

"Menschlichkeit, Solidarität, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft: Diese Werte werden im Sophiencafé International gelebt. Es beeindruckt mich jedes Mal, mit welcher Hingabe sich die Ehrenamtlichen für ihre Mitmenschen ohne Bevormundung einsetzen. Ohne Ehrenamt wäre die Aufnahme von Geflüchteten undenkbar. Auch zwei Jahre nach der Verleihung des CIVITAS-Preises für vorbildliches Ehrenamt bin ich daher sicher: Diese Auszeichnung war und ist mehr als verdient."

 

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Um die Vielfalt der Menschen, die zu uns ins Sophiencafé kommen, zu zeigen, haben wir viele Menschen gefragt, warum sie donnerstags zu uns kommen – als Teamer und Teamerinnen oder als Besucher und Besucherinnen. Hier sind die Antworten:

 

Annette (Deutschland) Teamerin

Ich kann schon gar nicht mehr sagen, warum ich im Sophiencafé arbeite. Das ist für in sieben Jahren so selbstverständlich geworden wie die Luft zum Atmen. Viele von den Menschen, die ins Café kommen, sind Freunde geworden. Manchmal fühlt es sich an, wie Familie.

Für mich ist es wichtig, dass ich, wenn ich eine Sache begonnen habe, sie auch durchziehe und bis zum Ende bringe bzw. zum Erfolg. Einen Syrer habe ich begleitet bei der Eröffnung des eigenen Restaurants, bei der Agentur für Arbeit habe ich gekämpft um eine schon zugesagte Kostenübernahme für den Führerschein. Ich habe viele Freunde und Bekannte und versuche, Arbeitswillige dort unterzubringen. Aber ich suche auch neue Möglichkeiten, Maßnahmen, Ausbildungsplätzen. Hauptsache ich kann diejenigen, die arbeiten möchten, gut unterbringen. Wenn es um Asyl geht, dann muss man sich schonmal Hilfe holen z.B. bei der Diakonie. Wir kennen uns inzwischen so gut bei den Ämtern und den sozialen Trägern, dass wir am Ende meistens Erfolg haben. Es macht viel Spaß, immer wieder neue Herausforderungen zu bewältigen. Aber vor allem ist es immer wieder spannend, nette Menschen mit einem völlig anderen Background kennen zu lernen.

 

Sham (Syrien)

Ja was ich gut finde ist halt, dass man seine Sprache verbessern/verstärken kann. Durch das Sprechen mit den Leuten hilft das sehr viel. Man kann sich mit den Leuten sehr gut unterhalten und wenn man irgendein Problem hat, wo man Unterstützung braucht, seid ihr da, um zu helfen und Unterstützung zu geben. Du weißt, wir waren die erste Familie, die ihr betreut habt im Sophiencafé. Ihr habt uns sehr viel geholfen und immer noch, wenn wir irgendwie Unterstützung brauchen, seid ihr da, um uns zu helfen... ❤️❤️

 

Ein Ehrenamtlicher (Deutschland)

In meiner „Altersfreiheit“ wollte ich weiterhin aktiv bleiben und suchte neben der Literatur, dem Beginn eines neuen Studiums und meiner weiterhin regelmäßigen Beschäftigung mit den Entwicklungen in der Inneren Medizin die Begegnung mit Menschen, bei denen ich mich konstruktiv einbringen konnte. In einem Gespräch mit Pfarrerin i.R. Tabea Luhmann erhielt ich Kenntnis über die Existenz des Sophiencafés und dessen Wirken. Eine Mitarbeit konnte ich mir sofort gut vorstellen und wurde gleich empathisch aufgenommen. Nach einer Phase der Orientierung gelang es mir, die Belange der Geflüchteten und Hilfesuchenden bei den diversen Behörden, Wohnungsvermietern, Versicherungsträgern, Schulen und auch Polizei zu vertreten. Sehr interessant und auch erfolgreich verlief über Monate hinweg der Unterricht der arabischen Ärzte mit dem Ziel, die Fachspracheprüfung bei den Landesärztekammern zu bestehen, um mit der Berufserlaubnis als Arzt angestellt werden zu können.

Eine unserer wichtigsten Aufgaben sehe ich darin, die Geflüchteten auf ihrem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit bestens zu unterstützen, zu helfen, eine passende befriedigende Arbeitsstelle zu finden. Verschiedentlich gelingt es gut, die Standards unserer Gesellschaft zu vermitteln, wodurch deren Umsetzung im Alltag für Geflüchtete Kommunikation erleichtert. Von Bedeutung ist ebenfalls, Hilfe im Bereich von Rechtsangelegenheiten zu leisten, da Sichtweisen in den Herkunftsländern zu denen unserer Gesellschaft doch verschieden sein können. Zusammengefasst besteht Unterstützungsbedarf in allen Bereichen des täglichen Lebens mit der Zielführung eines selbständigen Lebens in unserer Gesellschaft.

Eine außerordentliche Hilfe sähe ich darin, wenn Jobcenter, Ausländerbehörde, Amt für Migration und Sozialamt besser erreichbar wären und so prompt reagieren würden, wie sie es von ihren „Abhängigen“ einfordern. Katastrophal empfinde ich es wenn Mails wochenlang unbeantwortet bleiben und Anrufe in 3/4stündigen Warteschleifen unerreicht und erfolglos enden.

 

Karam (Syrien)

früherer Besucher, jetzt Teamer beim Deutschunterricht für die afrikanischen Studenten

Ich habe das gemacht, bzw. mache es, weil, ich mir vorstellen kann, was das für die Menschen bedeutet: Entlastung und für viele tatsächlich der erste Schritt in einem neuen Lebensabschnitt.

Ich versuche das jetzt ein bisschen zu erklären:

Mein erster Deutschunterricht ist auch über Ehrenamtler gelaufen bei der Uni-Nachhilfe und einer Gruppe junger Menschen, die den Unterricht damals in Eigenitiative in den Räumen von AIDS-Hilfe Wuppertal e.V. in der Simon Straße organisiert und angeboten haben. Für mich war das eine super Hilfe anfangs. Es half/ hilft mir außerdem, dabei einen Eindruck von der Situation anderer Menschen zu bekommen.

 

Mohammed Baalbaki (Syrien) Besucher und manchmal Teamer

Mein Name ist Mohamed Baalbaki, ich bin 17 Jahre alt ich komme ungefähr seit 4 Jahren zur Kirche. Durch meinen Vater habe ich die Kirche und das Team kennengelernt. Ich komme sehr gerne zur Sophienkirche, da sie mir sehr viel geholfen haben wie z.B.b Schulsachen etc. Ich komme gerne zur Kirche da ich auch Menschen helfe, die Hilfe brauchen oder auch in der die Kirche helfe beim Luisenfest und auch bei anderen schönen Sachen. Ich mache das alles, weil das Team sehr nett ist, das ist für mich wie meine zweite Familie. Das Team ist sehr hilfsbereit, freundlich und ich würde mit dem Team jeden Tag arbeiten, ohne nein zu sagen, weil ich das sehr gerne mache.

 

Abdo Baalbaki (Syrien) Besucher

Ich bin Abdo Alelah Baalbaki, seit 6 Jahren kommen meine Familie und ich ins Café in der Sophienkirche, weil das Team in der Kirche wie meine zweite Familie ist. Als ich nach Deutschland kam, hat das Team in der Kirche, besonders Frau Schulz und Frau Dummer mir sehr geholfen mit Papieren und Dokumenten und vielen Sachen. Deshalb kann ich nicht die Menschen da verlassen, weil sie mir sehr am Herzen liegen. Außerdem ist das Team sehr hilfsbereit und freundlich und viele andere Sachen, die ich nicht beschreiben kann. Und bis heute kommen wir regelmäßig, damit ich die lieben Menschen treffen kann, die den Menschen helfen wenn sie Hilfe brauchen, weil die Sophienkirche bietet Flüchtlingen von verschiedenen Nationalitäten viel Hilfe von ihrem Herzen.

 

Julia (Deutschland) Teamerin

Dass ich seit über einem Jahr begeisterter Teil des Sophiencafés bin, liegt auf der einen Seite an unseren netten Gästen, ihren interessanten Geschichten und dem interkulturellen Austausch mit ihnen.

Genauso wichtig ist mir auf der anderen Seite der großartige Zusammenhalt im Team: wertschätzend, engagiert, offen für neue Vorschläge und immer respektvoll. Das macht mit richtig Spaß. Vielen Dank Euch allen!

 

Mostafa (Syrien)

früherer Besucher, jetzt Teamer beim Deutschunterricht für die afrikanischen Studenten:

Ich will auch helfen, wie mir früher geholfen wurde. Es macht mir auch Spaß, anderen Menschen etwas beizubringen. Ich weiß wie wichtig ist es, die Sprache zu lernen, für die Menschen die neu hier sind. Die Sprache ist die höchste Hürde.

 

Anke (Deutschland) Teamerin

Ich bin dabei, weil ich es grundsätzlich wichtig finde, anderen Menschen zu helfen.

Im Sophiencafé ist im Vergleich zu anderen Flüchtlingscafés eine besonders herzliche und lockere Stimmung.  Man begrüßt sich sehr herzlich, es wird gelacht, man kennt viele Menschen über Jahre, die Kinder der Gäste sind quasi dort groß geworden. Verschiedene Kulturen treffen aufeinander, tolerieren und akzeptieren sich.  Die Stimmung bleibt immer gut und friedlich.  Das Team sorgt dafür, dass neue Gäste integriert werden, dass mit der Sprache, bei Formularen, Wohnungssuche usw.  geholfen wird.  Ich kann leider nicht immer im Café sein, aber bin auch privat für die Belange der Menschen offen und erreichbar. Toll ist auch, dass man mit den geflüchteten Menschen öfter private Freundschaften schließt. Ich habe meinen Horizont dadurch erweitern können, tolle Menschen kennengelernt und speziell das Sophiencafé leistet meiner Meinung nach einen sehr guten Dienst. ?

 

Senait und Alex (und Nathan) (Eritrea) Besucher

Alle sind nett und hilfsbereit sind, deshalb kommen wir ins Café. Was ich gut finde, ist dass ich eine Gemeinde habe, der ich vertraue und meine Probleme erzähle kann und auch meine Probleme mit eurer Hilfe gelöst habe. Ins Café gehe ich gerne auch damit ich meine Sprache verbessern kann und schulisch Hilfe bekommen habe. Ihr seid für uns immer da und wir danken von Herzen ?.

 

Rebecca (Deutschland) Teamerin in der Kinderbetreuung

Ich habe immer schon viel mit Kindern zu tun gehabt, weil ich gerne mit ihnen zusammen bin. Anfangs ist mir bei den Kindern vom Café ihre Begeisterungsfähigkeit aufgefallen, später wurde mir klar, dass die Kinder sich auf den Donnerstagnachmittag freuen, und das spornte mich an, ihre kleinen Wünsche zu erfüllen, ihnen einfach Spaß zu bereiten. Ich kann ehrlich gestehen, der Funfaktor ist auf beiden Seiten groß. Pädagogik kommt vielleicht gelegentlich zu kurz, den Eltern stehen beim Anblick der Unordnung im Kinderraum möglicherweise die Haare zu Berge, aber am Ende des Tages zählt für uns alle das zufriedene Kind, das mit gutem Gefühl nach Hause geht und gerne wiederkommt.

 

Ali (Syrien) Besucher

Das Sophiencafé hat mir sehr geholfen mit Sprache mit Unterlagen (Behörden), mit Arbeit und mit der Beantragung einer Weiterbildung und sogar mit der Agentur für Arbeit, dass ich meinen Führerschein bezahlt bekam. Ich bin sehr froh, euch kennen gelernt zu haben und ich habe alles geschafft, weil ihr mir den Rücken gestärkt habt.